Wie Wengi vor zehn Jahren als Hochzeiter scheiterte
Die Chefin kredenzte servierte uns heute einen Toscanischen Brotsalat. Eine Terrine von der Bachforelle. Brasato. Maisschnitten und gebratenen Grünspargel. Sowie einen Erdbeerenauflauf. Kurz vor dem Käse musste Wengi bitterlich weinen. Wegen der Hochzeitsgesellschaft. Im Sääli nebenan. Wengi erinnerte sich. Wie er damals nach seinem Polterabend. Es ist jetzt gerade zehn Jahre her. Unter geringfügigem Einfluss bewusstseinsverändernder Substanzen. In die konkubinäre Wohnung zurückkehrte. Wie er alle Lichter aus liess. Sich entblösste. In das Schlafzimmer schlich. Sich wollüstig auf das Bett warf. In der Absicht. Sich über die Verlobte herzumachen. Jedoch schmerzhaft auf dem Fischgratparkett landete. Nicht weil er das Bett verfehlte. Es war gar nicht mehr da. Und mit ihm die Verlobte. Als auch all ihre Habe. Auf dem Küchentisch. Fr. 1000.- und ein paar Zeilen auf einem Zettel. «Es wäre mir komisch vorgekommen, das Bett zu zersägen. Dein Einverständnis vorausgesetzt, übernehme ich es ganz und erstatte dir die Hälfte des Kaufpreises. C. P.S. Ich habe dich verlassen.» Dass die Verflossene diesen Umzug diese Flucht nicht alleine hatte bewerkstelligen können. War Wengi schnell klar. Wer sie vor der Ehe bewahrt hatte. Übrigens auch. Ausser mir. War damals die ganze Stadt an dieser Junggesellenfeier.
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