höhenhektik
mittlerweilen habe ich mich erholt. ich war in den bergen. das ist wirklich selten. sie sind unumwunden zugegeben sehr eindrücklich und schön. aber um zum eindrücklich schön zu gelangen muss man über bahnen und via ortschaften reisen. in gondeln steigen, wo einem nach drei minuten die mordlust überkommt. in dorfkernen unterwegs sein und alle meinen es habe jetzt aber wirklich wenig leute, während komische schneemobile vorbeibrausen, skifahrer vor lauter adrenalin total aus dem häuschen geraten ob allem, die mütter entnervt, die väter konkurrierend, die ansässigen mudderig wie eine more. die kinder haben es lustig, so lange sie nicht in komplizierten verknotungen unter ihren skiern begraben das gesicht in den schnee gedrückt bekommen. es ist hektischer als in jeder grossstadt, rauf und runter und schlange stehen. sehr gewöhnungsbedürftig. aber ein paar schritte in die richtige richtung, dann ist da niemand. ab und zu ein alter mann, gemütlich, geschickt und weich in den gelenken. da sind so bilderbuch tannen, glitzern in der luft, einheitliches blau - es ist eine wucht. absolut still, so dass die ohren aufploppen, luchshören. euphorie. da könnte man bleiben, auf dem schlitten sitzen und einen berg anglotzen.



