höhenhektik

mittlerweilen habe ich mich erholt. ich war in den bergen. das ist wirklich selten. sie sind unumwunden zugegeben sehr eindrücklich und schön. aber um zum eindrücklich schön zu gelangen muss man über bahnen und via ortschaften reisen. in gondeln steigen, wo einem nach drei minuten die mordlust überkommt. in dorfkernen unterwegs sein und alle meinen es habe jetzt aber wirklich wenig leute, während komische schneemobile vorbeibrausen, skifahrer vor lauter adrenalin total aus dem häuschen geraten ob allem, die mütter entnervt, die väter konkurrierend, die ansässigen mudderig wie eine more. die kinder haben es lustig, so lange sie nicht in komplizierten verknotungen unter ihren skiern begraben das gesicht in den schnee gedrückt bekommen. es ist hektischer als in jeder grossstadt, rauf und runter und schlange stehen. sehr gewöhnungsbedürftig. aber ein paar schritte in die richtige richtung, dann ist da niemand. ab und zu ein alter mann, gemütlich, geschickt und weich in den gelenken. da sind so bilderbuch tannen, glitzern in der luft, einheitliches blau - es ist eine wucht. absolut still, so dass die ohren aufploppen, luchshören. euphorie. da könnte man bleiben, auf dem schlitten sitzen und einen berg anglotzen.

quanten-in-etwa

zweifelt es einem wieder einmal ob das jetzt alles und richtig und dementsprechend sei, ist radio der balsam, der die seele schmiert aber nur wenn da ein quantenphysiker redet. sehr verständlich tut er das obwohl es absolut nicht vorstellbar ist, was er da redet und die gedanken wie flipperkugeln gegen die wände im kopf stossen bevor sie aus lauter trudelei im dunklen loch verschwinden. aber trotzdem, er redet von ganz einfachen dingen, vom ganzen, vom unwissbaren, von tanz, musik und kunst, vom ende der wissenschaft gewisserweise auch. er erzählt, dass wir menschen schon wissen und es irgendwo lauert, das wissen, aber man darf es nicht sezieren, es geht sonst kaputt. er redet vom sein lassen, vom gut sein lassen auch. er redet wohl sogar vom vertrauen in dieses grosse ganze knuddelmuddel. der freude darüber, irgendwie teil zu sein und dass das auch ganz und gar genügt, diese freude. mehr liegt wohl kaum drin.
es ist einfach nur schön, einen zu hören, der über achtzig ist und mit einem superhero-kopf ausgestattet, zu hören, wie der in etwa das sagt, was einem in eigenen worten oft als ziemlich eso-angehauchtes gerede daherkommt und man sich immer überlegt, ob man sich diese sichtweise nur so zurechtlegt, damit man nicht mehr mitmachen muss in diesem wettlauf um die gerade angesagten erfolgsparameter.
nach dem hören ist auch das völlig unwichtig, nach dem hören fühlt es sich einfach und stimmig an; rumzutrudeln, zu warten, reinzuhüpfen ohne gedanken und sinn, sich tragen zu lassen von der inexistenten materie. nur und vor allem zu versuchen, flüssig zu bleiben.
hören

H. über U.