blutt

um die stirnhöhlen von schleimigen ablagerungen zu befreien sollen heisse, dampfende räume nicht das schlechteste sein. mit einer roten plastikuhr am handgelenk, die mir als kind eine rechte freude gemacht hätte komme ich in die heissen hallen. als erstes begegnet der saunameister ein kerniger bursche aus den österreicher alpen, ein exemplar à la skilehrer und die tüchliknottechnik seines lendenschutzes beeindruckt. locker stehen die gäste an der bar und trinken wasser aus plastikbecher, die so tun wie glas. das glas wird dann einem älteren brustgrauhaar-männchen auch zum verhängnis weil er kurzweilig wohl vergessen hat, dass zwischen dem aussen und dem heissen innen immer eine tür ist - reingelaufen. die nackte ehrretung mit schulterzucken und lockerem runden drehen gelang irgendwie nicht so ganz. sonst sind die herren zackig rasiert und betont bluttärschig dem cowboygang fröhnend, gerne auch vor der vitrine draussen, wo die drinnen eine exzellente sicht haben. interessant auch die älteren damen mit der plastikbräune, fusskettchen und perfekt sitzender frisur, die überhaupt nicht ausschau halten. sowieso guckt ja niemand, ich meine es ist einfach normal so nackt und keine grosse sache und da steht man drüber. völlig normal sich auf stufen übereinander zu schichten und dem anderen die schweissfüsschen ins gesicht zu pflanzen, ruhig noch ein bissl näher zusammenrückend. saunasolidarität ist was ganz einzigartiges, damit liesse sich wohl der weltfrieden in nullkommanix zusammenschweissen.
nur trinken die finnen vielleicht gar nicht so verdammt viel vodka wegen der dunklen kälte sonder weil sie sich tagein tagaus blutt locker geben sollen.

Fr

Fr


Grau

Bad